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Sichelschmiede

Werkstatt für Friedensarbeit in der Kyritz-Ruppiner Heide

 

Pressespiegel

Artikel in Dosse-Kurier (Märkische Allgemeine Zeitung), 6.2.2007

Auf den "Tag X" vorbereitet

1500 Aktivisten wollen im Fall des Falles das so genannte Bombodrom besetzen

NEURUPPIN Wie besetzt man als Zivilist ein militärisches Gebiet? Diese Frage diskutierten am Freitag etwa 20 Bombodrom-Gegner. Sie gehören zur Kampagne "Bomben nein – wir gehen rein", die am "Tag X" das Bombodrom besetzen will, um eine Inbetriebnahme des Areals durch die Bundeswehr zu verhindern.

Mehr als 1500 Aktivisten sollen an diesem Tag das Bombodrom-Gelände regelrecht überströmen. So viele haben sich bislang per Unterschrift öffentlich bereit erklärt, bei der Besetzung mitzumachen.

So werde es der Bundeswehr unmöglich gemacht, Tiefflüge zu üben oder Bomben abzuwerfen. "Je mehr Menschen sich im Vorfeld bereiterklären, im Fall der Inbetriebnahme zivilen Ungehorsam zu leisten und das Bombodrom-Gelände zu betreten, desto größer wird der politische Druck", sagt Ulrike Laubenthal, ein Mitglied der Kampagne. Die Friedensaktivistin sieht den Kampf der Bürgerinitiative nicht nur als Kampf für die Region. "Wir setzen uns vor allem für den Frieden ein". Als Mitglied des Projekts "Sichelschmiede" knüpft sie Kontakte zu Friedensorganisationen. So will sie mehr Menschen erreichen. Dass am Freitag nur 20 Anhänger kamen, wurde allgemein bedauert. "Dabei leben in unserer Stadt mehr als 27 000 Betroffene", kritisierte der Neuruppiner Gernot Blank. "Wir sollten mehr Öffentlichkeitsarbeit machen", sagt er. Zum Beispiel in Form von Aktionen.

Ideen gibt es dazu mehr als genug. Gerichtsverfahren seien wichtig, brächten aber letztlich nur einen Aufschub. Die Kampagnenmitglieder hoffen auf eine politische Entscheidung, wollen deshalb den politischen Druck erhöhen. "Im Falle des Falles sind wir aber vorbereitet", betont Gert Strohschneider, der Anführer der Aktivisten. Dazu gehöre laut Ulrike Laubenthal auch, sich in gewaltfreien Aktionstrainings auf Begegnungen mit Polizei, Militär und Wachschutz vorzubereiten.

Ulrike Laubenthal hatte bereits im August 2005 von sich Reden gemacht. Da war sie mit weiteren Friedensaktivisten zur Zielpyramide aus Holz auf dem so genannten Bombodrom gewandert. Hier hatten sie von ihnen gefaltete Papierkraniche angehängt. sn/dik