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Sichelschmiede

Werkstatt für Friedensarbeit in der Kyritz-Ruppiner Heide

 

Pressespiegel

Artikel im Arche-Forum, Herbst 2005

Eine neue Sichelschmiede?

Seit ich in den 80er Jahren durch mein Engagement bei der "Kampagne Ziviler Ungehorsam bis zur Abrüstung" mit der Arche-Bewegung in Kontakt kam, fühle ich mich ihr sehr verbunden. Die Verbindung von einfachem Lebensstil, weitgehender Selbstversorgung und gewaltfreiem politischen Engagement prägt seither mein Leben, auch wenn das Leben in Gemeinschaft für mich – abgesehen von der Zeit im Carl-Kabat-Haus und später in der Mennonitischen Hausgemeinschaft in Bammental – bisher weitgehend ein schöner Traum geblieben ist. Zur Zeit beschäftigt mich eine Projektidee, die ich euch auf diesem Wege vorstellen möchte, denn ich hoffe sehr, dafür in Arche-Kreisen MitstreiterInnen zu finden. Vielleicht wird aus dem Traum dann tatsächlich bald Wirklichkeit? Die Kyritz-Wittstock-Neuruppiner Heide ist eine wunderschöne Heidelandschaft, die sich die Natur zurückerobert hat, seit die Sowjetarmee zur Zeit der Wende mit ihren militärischen Übungen dort aufgehört hat. Jetzt plant die Bundeswehr, dort den größten Bombenabwurfplatz Europas einzurichten. In der Region gibt es einen breiten Widerstand gegen dieses Vorhaben, aber bundesweit ist die Problematik noch viel zu wenig bekannt. Dabei könnte die FREIe HEIDe durchaus ein Symbolort werden für eines der wichtigsten aktuellen friedenspolitischen Themen: Wenn deutsche Soldaten in der Kyritz-Wittstock-Ruppiner Heide das Bombenwerfen üben, dann dient das unmittelbar der Vorbereitung von Interventionen der Bundeswehr "out of area". Die BI FREIe HEIDe, die Gruppe FREIe HEIDe Neuruppin-Berlin, die BI Freier Himmel und die Initiative Pro Heide – leisten eine sehr gute Arbeit vor Ort – aber ihre Kapazitäten reichen nicht aus, um eine bundesweite Öffentlichkeit mit aktuellen Informationen zu versorgen oder zu VertreterInnen von Gruppen und Organisationen der bundesweiten Friedensbewegung einen regelmäßigen und verlässlichen Kontakt zu halten. Ich suche Menschen, die mit mir in die FREIe HEIDe ziehen, um diese Aufgabe zu erfüllen. Eine weitere Aufgabe wäre die Trainingsarbeit. Immer mehr Menschen in der Region und bundesweit nehmen sich vor, entschlossen Zivilen Ungehorsam zu leisten und den Platz zu besetzen bzw. immer wieder zu betreten, wenn die Bundeswehr mit dem Bombardieren beginnen will. Ein solcher Schritt fällt nicht leicht, und so gibt es vermehrt Anfragen nach gewaltfreien Aktionstrainings, um sich auf das Kommende vorzubereiten. In meiner Vision wird dieses Projekt getragen von einer Kerngruppe vor Ort, die in einer verbindlichen Gemeinschaft zusammenlebt. Gleichwertig mit der politischen Arbeit gegen das Bombodrom stelle ich mir ein konstruktives Programm vor: die Gemeinschaft lebt, was sie fordert. Sie trifft ihre Entscheidungen im Konsens aller Beteiligten, nimmt sich Zeit für gewaltfreie Konfliktbearbeitung, sie ernährt sich überwiegend von lokal angebauten Lebensmitteln bzw. strebt weitgehende Selbstversorgung an, geht sorgsam mit Ressourcen um, nutzt und fördert den öffentlichen Nahverkehr, bezieht ihren Strom von einem ökologischen Stromanbieter bzw. produziert ihn selber, usw. Zu dieser Lebensweise lädt sie ihre Gäste ebenfalls ein. Für dieses Projekt würde ich gerne den Namen "Sichelschmiede" aufgreifen und mit neuem Leben erfüllen. Jetzt hoffe ich, möglichst bald mit Menschen in Kontakt zu kommen, die sich ein Mitleben und Mitarbeiten in diesem Projekt vorstellen können und Lust haben, ihre Visionen zu meinen dazu zu legen. Ich stehe in Kontakt mit den Initiativen vor Ort und werde in nächster Zeit mit vielen Gruppen und Organisationen innerhalb der Friedensbewegung über Finanzierungs – und Unterstützungsmöglichkeiten sprechen. Da wäre es gut, schon bald auch eine kleine Kerngruppe zu haben, die die Projektidee weiterentwickelt und konkretere Formen annehmen lässt. Bitte meldet euch bei mir, wenn Ihr Interesse habt.